07/11/19: Crowdfunding, Wirecard, DZ Bank, Savedroid, DSGV, Scope

7. November 2019

Ad-hoc: Steuer-Hammer für Crowdfunding-Branche und Broker vom Tisch? Wie der DSW-Hauptgeschäftsführer Marc Tüngler gestern Abend auf seiner Facebook-Seite gepostet hat, können Anleger auch künftig Totalverluste mit steuerlichen Gewinnen verrechnen. Der Plan, genau diese Verrechnung ab 2020 zu streichen, sei aus der entsprechenden Gesetzesinitiative herausgenommen worden, so der Anleger-Lobbyist. Klingt ein wenig technisch, ist aber vor allem für Hop-oder-Top-Modelle (also bei gewissen Formen des Crowdfundings oder auch des Fintech-Brokerage) höchst relevant. Denn: Mit einer asynchronen Besteuerung (Gewinne steuerpflichtig, Verluste unbrauchbar) wäre vielen Kunden die Lust am Investieren und Zocken vergangen. Tünglers Facebook-Eintrag (eine andere Quelle haben wir leider nicht, also die „News“ bitte mit Vorsicht genießen)

Wirecard wächst und wächst und wächst und hört gar nicht mehr auf zu wachsen – so die (altbekannte) Grundaussage der gestern vorgelegten Q3-Zahlen. Konkret: Der Umsatz ist von Januar bis September um 38% auf 1,9 Mrd. Euro gestiegen, das Ebitda um 38% auf 553 Mio. Euro. Überraschender kommen ein paar andere Erkenntnisse, die der Quartalsbericht bereithält. So sollen die Ergebnisse der KPMG-Sonderprüfung, von denen es am Montag noch geheißen hatte, man hoffe, sie „Anfang des Jahres“ vorstellen zu können, nun doch merklich länger auf sich warten lassen. Hier unser „Kurz gebloggt“ mit ein paar weiteren spannenden Schnipseln aus dem Q-Bericht: Finanz-Szene.de

Gelegentlich fragen uns Banker, warum wir eigentlich „immer nur negativ“ berichten … worauf wir dann immer rhetorisch fragend antworten: „Ähem, könnte es vielleicht irgendwas mit Ihrer Branche zu tun haben?“ … Jedenfalls, hier mal eine richtig, richtig gute Nachricht: Die DZ Bank (also der Gesamtkonzern) wird in diesem Jahr voraussichtlich einen Gewinn von mehr als 2 Mrd. Euro erwirtschaften, wie die Vorstandschefs am Dienstagabend im Frankfurter Wirtschaftsjournalisten-Club berichteten. Nun gelte es zwar diverse Sondereffekte zu berücksichtigen, so die Herren Fröhlich und Riese (z.B. die Veräußerung einer Tochter bzw. einer Beteiligung in Polen bzw. Tschechien) – aber das ist ja nicht verboten. Zumal, so Co-Chef Fröhlich: Vor allem bei der eigentlichen DZ Bank laufe es „operativ außerordentlich gut“. Sollte DAS stimmen, wären es tatsächlich mal (hier zur Erinnerung unsere Analyse aus dem letzten Jahr) „good news“. Handelsblatt (Paywall)

Kurzmeldungen

Der Börsenwert der Advanced Bitcoin Technologies (Savedroid) ist nach einem rasanten „Kursanstieg“ in den letzten Wochen auf rund 100 Mio. Euro geklettert. Kleiner Haken: Der Kurs ist dabei ohne Handelsumsätze „hochtaxiert“ worden (Tweet von Gereon Kruse) +++ DSGV-Präsident Schleweis hat in einem „HB“-Interview noch einmal bestätigt, dass es bei den Gesprächen zwischen Deka und Helaba nur um eine „engere Zusammenarbeit“ und nicht (wie zunächst von vielen Medien vermeldet) um eine Fusion geht (Handelsblatt/Paywall) +++ Zweite interessante Aussage: Schleweis sieht „keine (unmittelbare) Notwendigkeit“, die Frankfurter Sparkasse im Falle einer Deka-Helaba-Fusion aus der Helaba herauszulösen +++ Die RAG Stiftung ist (in unbekannter Höhe) bei der Ratingagentur Scope eingestiegen (Institutional Money)

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