08/07/19: Commerzbank, ING Deutschland, Visa, Funding Circle, Creditshelf, Lidl Pay

7. Juli 2019

Fintech-Gründer macht bei der Commerzbank Karriere: An diesem Donnerstag soll der Coba-Aufsichtsrat über die Nachfolge von Firmenkundenchef Michael Reuther entscheiden, vermeldet das „Handelsblatt“ (Paywall) – und mischt dem Artikel noch eine hübsche Info aus Reuthers Sparte unter: Jan-Philipp Gillmann, als Bereichsvorstand fürs Digitale zuständig, hat letzte Woche seinen Abschied verkündet. Seinen Posten soll bis auf weiteres der einstige Lendico Gründer Dominik Steinkühler übernehmen, der 2017 zur Commerzbank gekommen war …

… was auch insofern auch ganz interessant ganz ist, als es inzwischen eine ganze Reihe von ehemaligen Fintech-Jungs gibt, die bei großen Banken bzw. Finanzdienstleistern untergekommen sind. Neulich war uns zum Beispiel bei „Xing“ der Outbank-Gründer Tobias Stöger aufgefallen, der jetzt bei einer Tochter der BNP Paribas arbeitet; und auch bei der DKB, bei der Aareal oder bei DJE Kapital sind wir fündig geworden. Kleiner (vermutlich unvollständiger) tabellarischer Überblick gefällig? Guggsdu hier: Finanz-Szene.de

Exklusiv: Visa gewinnt erste deutsche Großbank als Partner für seine Girocard-Alternative. Nachdem der Kreditkarten-Konzern Mitte Mai angekündigt hatte, hierzulande analog zu Mastercard eine eigene Debitkarte launchen zu wollen, folgt im Spätsommer bereits der Produktstart. So geht aus den neuen AGB der ING Deutschland hervor, dass die Frankfurter Oranje-Bank ihre  bisherige „Visa  Card“  (bei der es sich um einen Zwitter aus Debit und Credit handelt, siehe unseren Leserblog vom 17. Mai) Mitte September zur Debitkarte umstellen will. Und dann findet sich in dem entsprechenden Schreiben an die Kunden übrigens noch der Satz: „Wir möchten auf künftige Entwicklungen gut vorbereitet sein und nehmen die Regelungen für digitale Karten in unsere Bedingungen mit auf.“ Was auch immer das jetzt schon wieder heißen mag …

Jahrelang war Funding Circle Deutschland – jedenfalls unserem Eindruck nach – der unumstrittene Marktführer unter den hiesigen KMU-Marketplace-Lendern. Nun allerdings kommt der bislang deutlich kleinere Wettbewerber Creditshelf den Berlinern erstmals gefährlich nahe, wie sich aus den am Freitag veröffentlichten Halbjahreszahlen des gelisteten Frankfurter Fintechs errechnen lässt. Und zwar gibt Creditshelf den vermittelten Umsatz für Januar bis Juni mit 35,8 Mio. Euro an. Zieht man davon die neulich verkündeten 16,9 Mio. Euro für Q1 ab, denn ergibt das 18,9 Mio. Euro für Q2 – verglichen mit gut 26 Mio. Euro bei Funding Circle Deutschland.

Lidl fordert Apple Pay, Google Pay (und die deutschen Banken) mit einer eigener mobilen Bezahllösung heraus: Wie die Kollegen von der „Lebensmittelzeitung“ (Paywall) berichten, soll „Lidl Pay“ zunächst in Spanien getestet, dann aber auch in Deutschland und im übrigen Europa ausgerollt werden. Die Motivation hinter dem Schritt ist leicht zu dechiffrieren: Nutzt der Kunde das Angebot tatsächlich, könnte sich Lidl die ansonsten bei elektronischen Zahlungen anfallenden Gebühren sparen. Die große Frage: Warum soll der Kunde das tun? Antwort: Lidl will die mobile Bezahllösung an die hauseigene Loyalty-App „Lidl Plus“ knüpfen. „Durchaus erfolgversprechend“, kommentiert Payment-Experte Siegert bei Twitter den Ansatz.

Kurzmeldungen: Die ING verliert ihren Firmenkundenchef Andreas Becker  (Finance Magazin) +++ Kein Wunder, dass die Targos diese Republik so gute Geschäfte machen– denn laut Schufa-Daten sind im vergangenen Jahr knapp 98% aller Konsumenten-Kredite hierzulande  vertragsgemäß zurückgezahlt worden (Wiwo) +++ Risikochefin Manuela Better wird die Deka-Bank nach Auslaufen ihres Fünf-Jahres-Vertrags im kommenden Frühjahr verlassen (Mitteilung)

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