10/05/19: HVB, DWS, Amundi, Perseus

10. Mai 2019

Nee, ein Bewerbungsschreiben für die Übernahme der Commerzbank waren die gestern vorgelegten Zahlen der HVB (gemäß Segment-Berichterstattung der Mutter Unicredit) nicht. Demnach sank der operative Gewinn im deutschen Privat- und Firmenkundengeschäft in Q1 um 6% zum Vorjahr auf 174 Mio. Euro. Weil, auf den Punkt: die Erträge (vor allem die Provisionen)  schneller gefallen sind als die Kosten. Das Netto-Ergebnis von 370 Mio. Euro umfasst Immobilienverkäufe und aufgelöste Rückstellungen, ohne die es bei nur 71 Mio. Euro gelegen hätte. Derweil schwindet der Mitarbeiterstand weiter von Quartal zu Quartal, zwischen Januar und März fielen weitere 104 auf nunmehr 9063 Vollzeitjobs weg. Unicredit-Zahlen

Beim „Tagesordnungspunkt 9“ der HV-Einladung der Deutsche-Bank-Tochter DWS am 5. Juni haben wir dann doch kurz gestutzt: „Heraufsetzung der Höchstgrenze für die variable Vergütungskomponente“ … weitere 92 Mitarbeiter sollen mehr als die maximal laut Instituts-Vergütungs-Verordnung zulässigen 100% der fixen Vergütung als Boni bekommen dürfen. Wegen Wettbewerb und so.  Wobei, zugegeben: Aus Seite 112 der Pre-IPO-Präsentation im Januar 2018 ging i.d.T. hervor, dass einer der Gründe für den Börsengang genau darin bestand, dass lästige Korsett der Bankvergütungsregeln der Mutter abzulegen. Wegen Wettbewerb und so. Jetzt wollen wir mal nicht hoffen, dass hier der Aktionärsberater ISS mitliest und am 5. Juni vorbeikommt …

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… denn, kleine Randnotiz des gestrigen Tages: Laut „FT“ rät ISS, den Amundi-Vorstandschef Yves Perrier nicht zu entlasten, weil nicht klar sei, wie dessen Gehaltsanstieg um 16% auf 3 Mio. Euro zustande gekommen sei. Wobei Perrier übrigens, wenn noch eine Randnotiz erlaubt sei, trotzdem nur das 0,45-Fache des damaligen DWS-Chefs Nicolas Moreau kassierte (6,7 Mio. Gesamtvergütung 2018, zzgl. Abfindung). DWS-HV-Einladung,  FT (Paywall)

Wo wir schon mal mehr oder weniger bei der Deutschen Bank sind: Wir wollen jetzt nicht zum aufgeregten Börsenticker werden. Aber: Dass die blaue Aktie gestern nach 2,6% Minus auf Jahrestief (6,86 Euro) geschlossen hat, ist dann doch einen Hinweis wert. Weil: Seit dem Tag, an dem Herr Sewing die Fusion mit der Coba platzen ließ (unter Verzicht auf eine Strategiewende …), ist das Papier jetzt schon um insgesamt 12% runter (Coba: -3%). Wem die schlechten Blaubank-News langsam zu viel werden, hier eine Gute: Die der HV am 23. Juni vorgeschlagene Ausschüttung von 11 Cent je Aktie ergibt nun schon 1,6% Zugreifdividenden-Rendite. Chart

Noch eine kleine Exklusiv-Personalie aus der Berliner Fintech-Community gefällig? Wenn unsere Quellen kein Müll erzählen (keine Bange, das tun sie nicht …), dann wird Steffen Teske, Gründer und CEO des Finleap-Ventures Perseus, das Cyber-Security-Insurtech verlassen. Gründe? Naja, sieht so aus, als sei man sich über den weiteren Kurs nicht einig gewesen.

Zu unserer gestrigen Meldung „German Startup Groups beteiligt sich mit 10% an Crypto Tech“ verriet uns ein aufmerksamer Leser gestern ein nicht unwichtiges Detail (das wir nicht kannten): Crypto-Tech-Gründer Christoph Gerlinger ist CEO der German Startups Group. Und dass man beim geplanten Launch des „German Property Token“ mit der German Property Berlin kooperiere, wo wiederum wer mal Vorstand war? Genau.

Kurzmeldungen:  Anderthalb Jahre nach der Übernahme von Aboalarm durch Verivox verlässt Geschäftsführer Bernd Storm den Münchner Vertragsmanager (Gründerszene) +++ Die Aareal bestätigt zwar ihre Jahresprognose, verfehlt aber mit 61 Mio. Euro Konzern-Betriebsgewinn im Q1 sowohl die Konsensschätzungen als auch das Vorjahresergebnis leicht. Aktie: -4% (Mitteilung) +++ Nachdem sich vier der elf Sparda-Banken (Berlin, Hamburg, Hannover und Südwest) in puncto IT-Dienstleister für die GAD entschieden hatten, haben die sieben übrigen gestern Abend die Gründung eines IT-Joint-Ventures mit Sopra Steria verkündet (Mitteilung) +++ Und noch ein Blick ins Ausland: In Italien steht die Krisenbank Carige vor der Verstaatlichung (BÖZ)

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