10/07/19: Unicredit, HVB, Deutsche Bank, Paybox, Optiopay

10. Juli 2019

Huch, das ist interessant: Die Unicredit erwägt laut „Reuters“-Informationen, ihre Tochter Hypo-Vereinsbank gemeinsam mit weiteren Töchtern in Österreich und Südosteuropa in einer neuen Holding zusammenzuführen. Der Sinn dahinter: Durch die neue Struktur könnten die Tochter-Gesellschaften regulatorisch von der Mutter getrennt werden – was dazu führen soll, dass sich die neue Holding (mit Sitz womöglich in Deutschland …) günstiger refinanzieren kann. Hintergrund: Nach dem jüngsten Rendite-Rutsch von Bundesanleihen liegen die mittelfristigen Kapitalmarktzinsen in Deutschland rund 2,1 Prozentpunkte niedriger als jene in Italien. Reuters/FAZ

Was macht derweil die Deutsche Bank? Deren Aktie hat gestern weitere 4,2% verloren, was ja eigentlich schon schlimm genug ist. Noch schlimmer allerdings: Dem Frankfurter Geldinstitut, das am Sonntag bekanntlich Pläne für einen Radikalumbau vorgestellt hatte, droht als Folge dieser Pläne ein ernsthafter Beziehungsstress mit seinen Nachrang-Gläubigern. Denn: Diese fürchten offenbar, dass die Deutsche Bank irgendwann ihre Zinszahlungen nicht mehr wird leisten können. So weit ist es freilich noch lange nicht. Aber die Kurse der Nachrang-Anleihen haben auch gestern wieder merklich nachgegeben, wie Sie exemplarisch an diesem Papier hier ablesen können.

Fast schon beruhigend wirkt in diesem Zusammenhang, dass immerhin für die Abfindung der drei scheidenden Vorstände Matherat, Ritchie und Strauß noch genügend Geld in der Kasse zu sein scheint. Laut „Handelsblatt“ sollen sich die Zahlungen auf 26 Mio. Euro summieren. Ordentlich, ordentlich. HB (Paywall)

Und noch ein dritte Mal Deutsche Bank: Wenigstens einer glaubt offenbar fest an den Christian-Sewing-Plan – nämlich Christian Sewing. Der ein oder andere unter Ihnen wird sich erinnern: Anfang Juni fiel uns bei Finanz-Szene.de auf, dass die Manager der Deutschen Bank (und der Commerzbank) zwar immerzu darauf beharren, der tief gefallene Aktienkurs spiegele nicht die wahre Lage ihres jeweiligen Instituts wider. Allein: Eigene Aktien gekauft haben die Vorstände der beiden Frankfurter Banken laut unseren Recherchen seit Jahren nicht mehr. Was Sewing wiederum laut „Reuters“-Informationen nun ändern will.  Ein Viertel seines Fixgehalts will er in Deutsche-Bank-Aktien stecken. Was immerhin eine knappe Million wäre. Spiegel Online/Reuters

Und um unsere „Jetzt lasst es mit der Deutschen Bank doch auch mal gut sein“-Leser-Mail-Schreiber vollends zu vergraulen: Der „BÖZ“-Kollege Bernd Neubacher hat in seinem Stück über die Blaubank eher unauffällig ein Hämmerchen platziert. Den Sewing’schen Kürzungsplänen fällt nämlich angeblich auch das Retail-Zertifikategeschäft zum Opfer, aus dem sich die Bank zurückziehen wolle – was ein Sprecher so bestätigt habe. Kurse für bestehende Produkte würden zwar noch gestellt, aber Neuemissionen bald eingestellt. Es werde, mutmaßt die Zeitung, vermutlich ein Käufer gesucht. Was wir dann doch krakenkrass finden, denn die Deutsche Bank kommt im inzwischen von Geno-/Landesbanken und Sparkassen dominierten Zertifikatemarkt mit seinen 72 Mrd. Euro Anlegergeldern immer noch auf 8% Marktanteil.  Zudem ist sie Marktführer im Handelsumsatz an den Börsen bei den so genannten „Flow-Produkten“ aktiver Trader. Börsen-Zeitung (Paywall)

Kurzmeldungen: Wenn ein zwei Jahrzehnte alter Pionier im P2P-Payment (einst via Telefon) seine Dienste weitgehend einstellt, ist das eine kleine Erwähnung wert, oder? Zumal selbst die Deutsche Bank an Paybox (so heißt das Proto-Fintech) im Jahr 2000 mal zu 50% beteiligt war (Kronen Zeitung) +++ Das Berliner Fintech Optiopay hat seine Führungsriege um einen Chief Technology Officer erweitert, nämlich Artashes Torosyan, ehemals Friendsurance (per Mail)

Share

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on xing