10/10/19: Deutsche Bank, Deka/Helaba, DSGV, Nufin, Wefox

10. Oktober 2019

Was den Umgang der kulturgewandelten Deutschen Bank mit der EZB-Finanzaufsicht angeht, fragt man sich ja manchmal: Wissen die Damen und Herren in den Doppeltürmen eigentlich, was Sie da tun? Und wenn ja: Warum tun Sie es dann? Denn: Während die eine Kiste (also die mit den ohne Erlaubnis zurückgekauften eigenen Bonds) noch in die unter Bankern nicht zwingend negativ konnotierte Kategorie „Abgewichst“ fallen mag, bleibt die andere Kiste (also die mit Herrn Zeltner) von außen betrachtet völlig unverständlich: Ist es dieser Herr Zeltner (bei allem Respekt) wirklich wert, dass die an Problemen bekanntlich nicht arme Deutsche Bank seinetwegen nun offenbar auch noch ein fettes Problem mit EZB und Bafin an der Backe hat? Die „FT“ jedenfalls berichtet, die Aufseher seien entschlossen, die Berufung Zeltners zum Deutsche-Bank-Aufsichtsrat zu verhindern – es sei denn, selbiger Herr Zeltner gibt (Stichwort: conflicted) seinen Posten als Chef des Luxemburger Finanzdienstleisters und Merck-Finck-Eigners KBL auf. Schöne Bescherung. Financial Times (Paywall)

Welchen Härtegrad besitzt der (vermeintliche) Deka/Helaba-Beschluss der deutschen Sparkassen wirklich? Das „Handelsblatt“ (Paywall) jedenfalls schreibt, dass der „Fusionsplan“ von DSGV-Präsident Schleweis „auf Skepsis“ stoße und ergänzt wörtlich: „Den Plan, die Fusion von Deka und Helaba möglichst bis 2021 unter Dach und Fach zu bringen, halten viele im Sparkassenlager für ambitioniert. Ein Insider bezifferte die Erfolgschancen der Fusion ohnehin nur auf um die 50 Prozent“ …

… ähem, wenn wir als unbedeutender Putschibu-Newsletter hierzu dann auch mal eine winzig kleine Anmerkung machen dürften: Ist eigentlich mal irgendjemandem aufgefallen, dass zwar alle Medien (uns inklusive) gestern geschrieben haben, dass die Helaba und die Deka nach dem Willen der Sparkassen-Oberen fusionieren sollen – dass aber genau das in der offiziellen Pressemitteilung des DSGV gar nicht drinsteht? Dort ist nämlich gerade mal vom „Ziel der Prüfung einer engeren Zusammenarbeit beider Institute“ die Rede. Was dann ja doch was anderes wäre als eine Fusion.

Kurzmeldungen: Die Unicredit (und wir vermuten: damit auch die HVB) will von 2020 an negative Einlagenzinsen einführen. Allerdings nur für Guthaben „deutlich über“ 100.000 Euro (FT/Paywall) +++ Das im Samwer-Dunstkreis entstehende Berliner Kreditkarten-Fintech Nufin (das wir neulich zwangs-geoutet hatten) soll in einer ersten Finanzierungsrunde 4 Mio. Euro erhalten haben (Deutsche Startups) +++ Das deutsch-schweizerische Insurtech-Würdegern-Unicorn Wefox steigt über seine Tochter „One“ in den hiesigen KfZ-Versicherungsmarkt ein (FAZ)

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