12/06/19: Investmentbanking, Sparkasse KölnBonn, PayU, Lemonade

12. Juni 2019

Wie schaut es eigentlich mit den globalen Erlösen im Investmentbanking auf der Zielgerade des 2. Quartals aus? Eine Frage, die insbesondere Aktionäre, Mitarbeiter (und den Vorstand) der Deutschen Bank interessieren dürfte. Denn wie hart die angekündigten „Einschnitte“ im Kapitalmarkgeschäft ausfallen, dürfte auch davon abhängen, ob die Investmentbanker nach irre schwachem ersten Quartal noch mal die Kurve kriegen. Zwischenstand vom Datenanbieter Refinitiv, Basis alle Banken, bezogen auf das bisherige Jahr 2019 und verglichen mit dem gleichen Vorjahreszeitraum: Oje. Anleihengeschäft -5%, M&A Volumen -22%, Aktiengeschäft -27%, Erlöse aus Börsengängen -30%. Dazu passend: Der Finanzchef der Citigroup warnte gestern schon mal vorsorglich vor „zweistelligen Umsatzrückgängen“ im Investmentbanking in Q2. (FT, Paywall)

Falls Sie unserem Rat, das Aufmacherstück zu lesen, nicht gefolgt sind, haben wir noch eine kleine Überraschung parat: Die Sparkasse Köln-Bonn hat, was wir einfach mal gesondert vermelden wollen, 2018 einen spektakulären Ertrag aus der „erfolgswirksamen Vereinnahmung von über mehrere Jahrzehnte umsatzlosen Sparkonten“ erzielt. Anders gesagt: Was mal Geld des Kunden war, ist jetzt Geld der Bank? Das streitet die Sparkasse ab: Man habe 2018 derlei Sparkonten „handelsrechtlich ausgebucht“. Steuerrechtlich sei das nach 30 Jahren sogar zwingend. Die Bank erklärt dazu:  „Wichtig ist, dass sich dadurch für den Kunden nichts ändert. Die Guthaben werden an Sparer und Erben genauso weiter ausgezahlt und weiter verzinst. Eine Verjährung tritt nicht ein.“ Wobei wir dann doch stutzten, denn: Um welche Summe geht es? Sagenhafte 17,5 Mio. Euro! Nun will Finanz-Szene.de dem Boulevard nicht vorschreiben, wie der seinen Job zu machen hat. Aber: Wenn wir bei der „Bild Köln“ oder gar beim „Express“ arbeiten würden, dann wüssten wir, mit welcher Schlagzeile wir morgen an den Kiosk (bzw.: ans „Büdchen“) gehen.

Kurzmeldungen: Der Online-Zahlungsdienstleister PayU schluckt für 165 Mio. Dollar das auf digitale Payments spezialisierte türkische Startup Iyzico (Der Brutkasten) +++ Das US-Insurtech-Unicorn Lemonade startet in Deutschland – kooperiert aber interessanterweise nicht mit der Allianz, sondern mit der Axa (Gründerszene) +++ Der europäische Handelsverband „Euro Commerce“ fordert eine Verschiebung von PSD2  (Handelsblatt, Paywall) +++ Deutsche Bank (I): Investmentbanking-Chef Ritchie streitet jede Verwicklung in den Cum-Ex-Skandal ab (Handelsblatt, Paywall) +++ Deutsche Bank (II): Unser Freunde aus den Doppeltürmen werden in puncto Geldwäsche-Prävention plötzlich ganz penibel – und fordern rund 1000 Firmenkunden ultimativ auf, endlich ihre KYC-Dokumente vernünftig auszufüllen (FT, Paywall)  +++ Wegen härterer Vorgaben zur Bildung von Risikovorsorge bläst die „Deutsche Kreditwirtschaft“ zur Attacke gegen die Wirtschaftsprüfer-Vereinigung IDW Börsen-Zeitung +++

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