12/09/19: DKB, Postbank, 2FA, IT-Pannen, Bitkom, Deutsche Bank, Fintech-Hub

12. September 2019

Was macht denn die Umstellung auf die „starke Authentifizierung“ da draußen? Also, bei der Postbank hat’s auch gestern wieder gehakt, zumindest am Morgen, als zwischen 8 Uhr und 9 Uhr allein bei „Allestörungen.de“ zeitweise wieder fast 800 Fehlermeldungen gleichzeitig aufschlugen (davor und danach war es freilich deutlich ruhiger). Zumindest geknirscht hat es derweil bei der DKB, wo ein ähnliches „Fehlerbild“ wie beim Bonner Wettbewerber zu beobachten war: Kunden, die sich auf die neuen Regeln offenkundig nicht vorbereitet hatten, kamen nicht mehr an ihre Konten ran. Ärgerlich: In der Hotline war Dauerschleife, wie uns nicht nur Kunden schrieben, sondern wir auch stichprobenartig überprüft haben. Dass die Umstellung auf „2FA“ auch geräuschärmer zu haben ist, bewies die Sparda West. Und auch bei der Deutschen Bank brachte das Abschalten der iTan offenbar keine Probleme mit sich.

Wo wir schon mal (mehr oder weniger) beim Thema sind: „Uns sind in den letzten zwei Jahren knapp 500 IT-Sicherheitsvorfälle gemeldet worden“, hat ein Bafin-Experte gestern bei einem Pressegespräch in Frankfurt gesagt. Groß-Pannen wie neulich bei der Commerzbank (siehe unsere Artikel hier, hier und hier) oder bei der DKB (hier) seien aber die Ausnahme, so der Bafin-Mann, der zudem betonte, dass Hackerangriffe die „absolute Ausnahme“ seien: “Der Großteil ist auf hausinterne Schwächen der Banken zurückzuführen.“ Reuters

Anzeige

Viel hat zuletzt nicht gefehlt – und Wirecard wäre  an der Börse mehr wert gewesen als Deutsche Bank und Commerzbank zusammen. Doch nun geht die Schere plötzlich wieder auseinander.  Denn: Der Aktienkurs und damit auch Börsenwert der Deutschen Bank marschiert seit dem  62-Jahres-Tief Mitte August stramm nach oben, genauer: um mittlerweile 29% (!!!) auf 7,51 Euro. Da konnte selbst der Kommunikationschef die Finger nicht mehr stillhalten vor Begeisterung. Was dahintersteckt? Vermutlich, dass die EZB schon heute (siehe unsere Linktipps weiter unten) verkünden könnte, dass die Strafzinsen in Zukunft gestaffelt verhängt werden. Die Deutsche Bank mit ihren hohen Einlagen würde davon zweifelsohne profitieren.

Die Börse Hongkong will die London Stock Exchange für umgerechnet 35 Mrd. Euro übernehmen. So weit,  so wenig relevant für den Finanzplatz Frankfurt? Nicht ganz. Als wir gestern die entsprechenden Meldungen lasen, fiel uns nämlich ein, wie die Spindoktoren der Deutsche Börse vor drei Jahren jeden Journalisten und Nicht-Journalisten bequatschten, ohne die damals geplante, dann aber gescheiterte Fusion mit der LSE wäre die Börse Frankfurt dem Untergang (bzw. der Zerfledderung) geweiht. Ähem, liebe Spindoktoren, kommt da noch was? Hinweise gerne an uns.

Kurzmeldungen: Die Deutsche Bank hat nach Frankfurt, London und Singapur einen vierten Fintech-Hub eröffnet, nämlich in Schanghai (t3n) +++ Der bisherige Deutsche-Bank-Manager Kinner Lakhani wird Strategiechef der Credit Suisse (Reuters) +++ Bis zu 2500 zusätzliche Jobs sollen bei der Commerzbank wegfallen – nun bringt sich Verdi gegen den möglichen Abbau in Position. (Manager Magazin) +++ Und nochmal unsere Freunde von der Gewerkschaft: Die Postbank soll während der Urabstimmung weiter bestreikt werden (HB/Paywall) +++ Der Bitkom hat sechs neue Mitglieder im „AK Digitaler Zahlungsverkehr“. Fehlt nur noch ein guter Fotograf. (Twitter) +++  Die Deka hat den bisherigen Commerzbank-Manager Dirk Heuser verpflichtet (Bloomberg/Welt)

NEWSLETTER

Deutschlands führender Banken-Newsletter. Jetzt abonnieren!

Share

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on xing