12/11/19: Exporo, Scalable, Volksbank Magdeburg, Revolut, Acatus

12. November 2019

Erster Exporo-Partner schlittert in die Insolvenz: Lange Zeit schmückte sich der Crowdlending-Initiator Exporo damit, dass es bislang bei keinem seiner Projekte zu einem Ausfall gekommen sei. Nun ist eine von Exporo finanzierte Gesellschaft pleite. Von der Insolvenzanmeldung betroffen sind demnach die Immobilienprojekte „Portfolio Marburg“ sowie „Portfolio Marburg II“, für die Exporo 2018 zusammen knapp 4 Mio Euro eingesammelt hat. Einen „Ausfall“ definiert das zwar noch nicht – die Rückzahlung dürfte nun indes stark gefährdet sein. Immobilien-Zeitung

Exklusiv: Scalable Capital hat in Großbritannien im vergangenen Jahr nur 120.000 Pfund Umsatz gemacht. Die Meldung, dass sich der deutsche Robo-Marktführer aus der Schweiz zurückzieht (siehe unsere „Kurzmeldung“ von Freitag …), sorgte letzte Woche zwar für einigen Wirbel – war tatsächlich aber eher kleine Münze. Schließlich sind die Münchner im Nachbarland immer nur mit minimalem Aufwand (deutsche Depotbank, ein in Euro denominiertes Produkt) unterwegs gewesen. Viel größere Ambitionen hegte Scalable Capital stattdessen lange Zeit in Großbritannien. Indes: Die dortige Tochter führt nach Finanz-Szene.de-Recherchen momentan eher ein Schatten-Dasein. Woran das liegt und was die Konsequenzen sind, erfahren Sie hier: Finanz-Szene.de

Eigentlich waren wir in der Strafzins-Debatte bislang davon ausgegangen, dass ein Freibetrag immer noch ein Freibetrag ist und dass 100.000 Euro immer noch 100.000 Euro sind. Das Beispiel der Volksbank Magdeburg lehrt indes, dass sich die 100.000-Euro-Grenze, bis zu der Normalsparer ja eigentlich von negativen Zinsen verschont bleiben sollen, durchaus kreativ interpretieren lässt. Denn: Die Magdeburger Genobanker haben die Dinge laut ihres jüngst überarbeiteten Preisaushangs nun so geregelt, dass sich der Freibetrag aufteilt in „maximal 25.000 Euro auf Kontokorrent-Konten und maximal 75.000 EUR auf Tagesgelder“. Heißt, jedenfalls nach unserem Verständnis: Wer 30.000 Euro auf dem Girokonto hat, muss zusätzlich ein Tagesgeldkonto eröffnen – sonst droht ihm auf 5.000 Euro ein Strafzins von übrigens 0,5%. Auf Anfrage heißt es in Magdeburg, das werde so natürlich nicht in die Praxis umgesetzt. Wirklich nicht?

Exklusiv: IT-Panne bei Fiducia GAD-Kunden schließt Hunderttausende von ihrem Online-Zugang aus. Nach Informationen von Finanz-Szene.de sind bei mehr als einem Dutzend VR-Banken die Kunden am Sonntag und bis weit in den Montag hinein nicht an ihre Online-Konten gekommen. Betroffen waren laut allestoerungen.de und Leserzuschriften unter anderem die großen Volksbanken Köln/Bonn, Rhein-Ruhr und Rhein-Sieg. Der Grund des Malheurs? Ein Update durch den genossenschaftlichen IT-Dienstleister. Wobei die Fiducia GAD das Ganze so erklärt, dass es überall dort Probleme gegeben habe, wo ein Drittdienstleister für die Implementierung des Updates verantwortlich gewesen sei.

Und wo wir schon mal bei unseren Freunden aus dem Genosektor sind: Sie, liebe Leserin, lieber Leser, sind nicht zufällig Kunden bei der Sparda Südwest? Weil, wenn doch: Dann überdenken Sie besser mal, ob sie nicht vielleicht noch ein paar Kilo Kartoffeln, Dosenravioli und ausreichend Trinkwasser bunkern. Denn: Im Zuge des Wechsels des IT-Dienstleisters hin zur Fiducia GAD (ja, die schon wieder …) hat die Bank ihre Kunden vorsorglich informiert, dass sie von Donnerstag Nacht an für vier Tage (!!) quasi komplett den Betrieb einstellt. Egal ob Filiale, Online, App, Automat, Karte … Wie heißt es so schön im Brief an die Kunden: „Tipp: Tätigen Sie Überweisungen vor dem Termin, versorgen Sie sich rechtzeitig mit Bargeld!“. Obendrein warnt die Bank vor „Phishing-Versuchen im Rahmen der Umstellung“. Hier der Tweet eines Kunden mit dem entsprechenden Schreiben sowie die Online-Info:   TwitterOnline-Mitteilung

Kunden der britischen Challenger-Bank Revolut sollen zum Teil massiv mit gesperrten Konten zu kämpfen haben, berichtet die „Wirtschaftswoche“ in ihrer aktuellen Print-Ausgabe. Auch wenn das Magazin den Umfang der Probleme nicht genauer quantifiziert, ergeben die geschilderten Einzelfälle in Summe ein unschönes Bild. Dabei kippt die Story bisweilen sogar ins Absurde. So heißt es an einer Stelle: „In einem Fall […] löste die Überweisung der Niedersächsischen Landeshauptkasse auf das Konto eines Revolut-Kunden eine Geldwäscheprüfung aus. […] Warum das Bundesland unter Geldwäscheverdacht steht, erläutert Revolut nicht. Wiwo (Paywall)

Kurzmeldungen

Und der nächste Tabubruch: Zumindest die Förderbanken wollen nun negativ verzinste Kredite anbieten (BÖZ) +++ „Bloomberg“ zufolge stört sich die EZB schon wieder an einem Vorstand (bzw. an einem Vorstandskandidaten) der Deutschen Bank, nämlich am designierten Personalchef Ilgner. (BloombergManager Magazin) +++ Die Deutsche Bank hat in Großbritannien offenbar momentan Probleme mit großvolumigen Zahlungstransaktionen (FT/PaywallBloomberg) +++ Chefwechsel bei Allianz Global Investment: Andreas Utermann geht, der bisherige Vertriebschef Tobias Pross übernimmt (BÖZ) +++ Der Rettungsplan für die NordLB ist auf der Zielgeraden (HB/Paywall) +++ Das Berliner Verbriefungs-Fintech Acatus hat bei einer Funding-Runde 5,5 Mio. Euro eingesammelt – nachdem es Rivale Crosslend jüngst auf 35 Mio. Euro gebracht hatte. (HB/Paywall) +++ In Mailand sind diverse Ex-Mitarbeiter von Deutscher Bank, Nomura sowie der Monte dei Paschi Bank zu mehrjährigen Haftstrafen wegen Bilanzfälschung und Behinderung der Bankenaufsicht veruteilt worden – darunter auch der frühere Topmanager Michele Faissola (Spiegel Online)

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