13/08/19: Bafin, Deutsche Bank, Commerzbank, Deka, Visa, PBB

13. August 2019

Während sich das Publikum dieser Tage fragt, wie weit die Zinsen eigentlich noch sinken können, hat sich die Bafin gestern mit einem fast schon vergessenen Phänomen an die Banken gewandt – nämlich mit möglichen Zinsänderungsrisiken. Wie aus einem Rundschreiben hervorgeht, interessieren sich die Aufseher nicht mehr nur (wie bislang) dafür, ob eine plötzliche Zinsänderung um 200 Basispunkte die Eigenmittel um 20% fallen lässt. Sondern: Es gibt nun auch noch einen „Frühwarnindikator“, der anschlägt, sobald bereits 15% der Eigenmittel infolge einer Zinsrutschs oder -anstiegs gefährdet sind. Zudem steigt die Anzahl der Szenarien, die dafür durchgerechnet werden müssen. Was sonst noch in dem Rundschreiben steht? Sehr technisches, sehr komplexes Zeug wie „Parallelverschiebung abwärts“, „Versteilung der Zinskurve“, „Verflachung der Zinskurve“ … Wen das nicht abschreckt: Hier der Link zur Bafin-Website.

Mischen die Katarer bei der Deutschen Bank in Zukunft doppelt mit? Als Stimme des Emirats im Aufsichtsrat galt lange Zeit der Jurist Stefan Simon – der allerdings kürzlich in den erweiterten Vorstand gewechselt ist und dort als „Chief Administration Officer“ unter anderem für die Rechtsabteilung verantwortlich zeichnet. Dafür, dass die Katarer im Aufsichtsrat trotzdem weiterhin vertreten sind, könnte nun der frühere UBS-Banker Jürg Zeltner sorgen. Der soll nämlich 1.) nach übereinstimmenden Medienberichten ins Kontrollgremium der Deutschen Bank einziehen. Und 2.) ist Zeltner seit einigen Monaten Chef des Luxemburger Privatbankenverbunds KBL European Private Bankers – hinter dem wiederum wer steht? Die Katarer, wie der „Spiegel“ anmerkt.

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„Strafzins für Sparer: Deutsche Banken rütteln am letzten Tabu“, titelten wir vor ziemlich genau einem Monat. Wenn wir es richtig sehen, hat sich jetzt erstmals ein bekannter Bankchef auch „on the records“ in diesem Sinne positioniert – nämlich Ralf Fleischer, Vorstandsvorsitzender der Stadtsparkasse München. Zitat: Sollte der EZB-Einlagenzins von derzeit 0,4% auf 0,5% oder gar noch tiefer sinken, werde früher oder später vermutlich kein Institut mehr „umhinkommen, das den Kunden in Rechnung zu stellen“. Münchner Merkur

Die Aktie der Commerzbank ist gestern zeitweise auf 5,02 Euro gefallen – und damit auf ein neues Rekordtief (das alte stammte aus dem August 2016, als die Coba-Papiere bei 5,16 Euro notierten). Die Gründe? Haben wir Ihnen vergangenen Woche gleich zweimal aufgedröselt, nämlich hier und hier.

Kurzmeldungen: Wo wir schon mal dabei sind: Für die Deutsche-Bank-Aktie ging es gestern inklusive des nachbörslichen Handels um 7,8% auf 6,20 Euro runter +++ Die Deutsche Pfandbriefbank hat das Zinsergebnis im ersten Halbjahr um 4% auf 229 Mio. Euro gesteigert, muss aber trotzdem einen Gewinnrückgang verkraften (Finanznachrichten.de) +++ Die Deka hat ihre Führungsposition im deutschen Zertifikatemarkt im ersten Halbjahr weiter ausgebaut und kommt nun auf einen Marktanteil von 20,5% (DDV/PDF) +++ Heute keine Payment-Boom-Meldung? Doch: Visa ist an der Börse erstmals mehr wert als JP Morgan Chase (American Banker) +++ Und noch was für die Liebhaber unter den Connaisseuren: Barclays-Banken-Analyst Gerardus Vos wechselt zur Bank of America, um dort eine Beratereinheit für europäische Fintech-Themen aufzusetzen (FN London)

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