13/11/19: ING, Comdirect, Commerzbank, Aareal, Deutsche Bank

13. November 2019

Waaaaaas, die DKB veröffentlicht in ihrem Geschäftsbericht Zahlen, die die ING Deutschland in ihrem Geschäftsbericht verschweigt? Diesen (von uns freilich gar nicht explizit geäußerten) Vorwurf konnte die größte Direktbank des Landes natürlich nicht auf sich sitzen lassen. Und so hat uns die ING ihre eigenen Brutto-Netto-Neukunden-Zahlen für 2018 gestern also freundlicherweise und auf kurzem Dienstweg zugerufen: Während im vergangenen Jahr netto rund 250.000 Kunden zur Frankfurter Oranje-Bank gefunden haben, waren es brutto sogar 600.000 Kunden. Oder anders gesagt: 350.000 Kunden hat die deutsche ING 2018 verloren oder wegen Inaktivität ausgesiebt. Oder noch anders gesagt: Selbst der Online-Marktführer unter Deutschlands Banken muss überm Strich fünf neue Kunden gewinnen, damit unterm Strich zwei neue hängen bleiben. Ein weiterer schöner Beleg für unsere gestern formulierte These.

Investor rüstet zum Showdown mit der Commerzbank: Die geplante Übernahme der Comdirect entwickelt sich für deren Mutter zur Kraftprobe: Laut einer aktuellen Stimmrechts-Mitteilung hält der aktivistische Investor Petrus Advisers – vertreten durch seinen Managing Partner Klaus Umek – jetzt 5,03% an der Online-Tochter. Das Ziel scheint klar: Umek will (vermutlich im Verbund mit anderen Aktionärs-Rebellen) über die 10%-Marke kommen. Denn damit würde er es der Commerzbank so richtig schwer machen. Wie schwer? Das erklärt unser FAQ: Finanz-Szene.de

Die Aareal-Aktie ist gestern um 8,3% eingekracht, wobei wir die Deutung dieses Vorgangs gern Ihnen überlassen würden, liebe Leserinnen und Leser. Lag es (Tor 1) eher daran, dass Vorstandschef Merkens noch einmal klargestellt hat, dass er die IT-Software-Tochter Aareon nicht zu verkaufen gedenkt? Oder lag es (Tor 2) eher daran, dass die Risikovorsorge für Problemdarlehen in diesem Jahr jetzt bei 80 Mio. bis 110 Mio. Euro liegen soll – statt bei 50 Mio. bis 80 Mio. Euro, wie es bislang geheißen hatte? Wie gesagt, entscheiden Sie selbst. Q3-Mitteilung (PDF)Reuters (News)

Der ganz große Boom bei den Fintech-Gründungen ist vorbei. Ab und zu schalten wir bei Finanz-Szene.de ja mal eine kostenlose Geburtsanzeige. Etwa für das Samwer-Fintech Nufin (Ausgabe vom 13.09.19). Oder für das Moseleck-Fintech Exaloan (Ausgabe vom 28.06.19). Oder für Ralf Heims Siebenlinge neulich (Ausgabe vom 09.10.19). Das alles ändert allerdings nichts daran, dass die Rekordjahre 2015 (mit 160 hierzulande neu gegründeten Finanz-Startups) und 2016 (151) wohl unerreicht bleiben werden. Denn: Wie aus der neuesten Ausgabe der jedes via „Handelsblatt“ publizierten Comdirect-Fintech-Studie hervorgeht, wurden 2018 zwar immerhin noch 127 Finanz-Startups gegründet; in diesem Jahr waren es per Ende Q3 aber nur noch 53. Interessant, welche Segmente in den zurückliegenden 21 Monaten die meisten neuen Fintechs hervorbrachten: Blockchain (40), Finanzierung (36), Proptech (31) und Insurtech (22). Handelsblatt (Paywall)

Kurzmeldungen

„Im Großen und Ganzen gehen die Dinge in die Richtung, die wir brauchen.“ Mit diesen Worten hat sich Kanzlerin Merkel gestern hinter die jüngsten Bankenunion-Vorschläge von Finanzminister Scholz gestellt (Welt/Bloomberg) +++ Bei der diesjährigen Mitarbeiter-Befragung der Deutschen Bank haben sich die Zufriedenheitswerte ganz, ganz zart verbessert (Welt/dpa) +++ Mobile Payment ist nicht nur bequem, sondern auch sicher – zu diesem Ergebnis kommt die „Stiftung Warentest“ (test.de)

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