14/05/19: Wirecard, Neuer EZB-Chef, PBB, Aareal

14. Mai 2019

Wirecard lädt zur Hauptversammlung, und aus den adipösen 60 Seiten Einladung geht unter anderem hervor, was die 900-Mio-Euro-Beteiligung von Softbank bringen soll: insgesamt über die kommenden fünf Jahre rund eine halbe Mrd. Euro Gewinn zusätzlich, wenn Softbank-Portfolio-Gesellschaften auf Wirecard setzen, die Aschheimer in Japan und Südkorea in den Markt kommen und Wirecard/Softbank gemeinsam Produkte entwickeln. Allerdings stehen da auch schwarz auf weiß auf S. 44: Hinweise, dass Softbank andere Beteiligungsmodelle als die für die Japaner sehr attraktive Wandelanleihe mit 1,9% Zins p.a. und einem tiefen Wandlungspreis von 130 Euro (Aktie gestern: 131 Euro) nicht akzeptiert hätte. Und neuer Prüfer soll nach Ausschreibung wer werden? Der alte: Ernst & Young. Einladung zur HV

Die Hoffnung auf bald steigende Zinsen können Deutschlands Banken laut Presselage zum möglichen neuen EZB-Präsidenten ab Herbst wohl begraben:  „Der Spiegel“ jedenfalls analysiert in einem Feature, Hoffnung auf höhere Zinsen würde es wohl vermutlich alsbald nicht mal mit einem EZB-Chef Jens Weidmann geben. Und der französische Kandidat Villeroy de Galhau ordnet sich in einem FT-Interview als Anhänger der eher laxen Geldpolitik Mario Draghis ein.  Spiegel (Paywall), FT (Paywall)

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Der Aareal-Bank droht eine kleine Blamage: Verrückt, diese Börse. Nehmen wir die Deutsche Pfandbriefbank, die gestern – wie sagt man neudeutsch? – okaye Q1-Zahlen vorgelegt hat (48 Mio. Euro Gewinn vor Steuern), mehr aber auch nicht. Haben Sie sich mal deren Börsenwert angeschaut? Ist seit Jahresbeginn um 40% gestiegen, beträgt jetzt 1,64 Mrd. Euro – womit die PBB in den nächsten Tagen die Aareal-Bank (gestern: 1,71 Mrd. Euro) überholen könnte. Wir erinnern uns: Die PBB ist der Nachfolger der Hypo Real Estate, die 2008 (unter anderem wegen der Tochter Depfa, aus der 2002 die Aareal hervorgegangen war …) implodierte. Dagegen die Aareal? Galt jahrelang – wenn auch nicht immer aus nachvollziehbaren Gründen – als deutsche Vorzeigebank. Und jetzt das. Tssssss.  Mitteilung zu den Q1-Zahlen der PBB

Kurzmeldungen: Promi-Abgang bei Scalable Capital: Marketing-Chefin Manuela Rabener verlässt das Fintech und heuert als Partnerin bei BCG an. (Gründerszene) +++ Die französische Großbank BPCE schreibt den Wert ihrer zum Verkauf gestellten deutschen Tochter Fidor um 148 Mio. Euro ab (Quartalszahlen BPCE) +++ Auch die Commerzbank arbeitet jetzt als Bank Nummer neun mit der digitalen Schuldscheinplattform VC Trade zusammen. (Der Treasurer) +++ Die (viel beachteten variablen) Kosten für eine Versicherung gegen eine Pleite der Deutschen Bank sinken nach einer technischen Umstellung durch die Bank um rund 40% (IFR)

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