14/11/19: Commerzbank, Comdirect, KfW, Adyen, Google

14. November 2019

Die deutschen Bankaktien sind gestern mal wieder ordentlich vermöbelt worden (Deutsche -4,4%, Aareal -4,8%, Coba -6,1%) – wofür wir nach bestem Wissen und Gewissen folgende tagesaktuelle Erklärungen anführen können: 1.) ABN-Amro-Zahlen unter den Erwartungen. 2.) Keine Einigung im Handelsstreit. 3.) Aussagen von Unicredit-Chef Mustier, wonach sich die Branche und ihre Investoren Fusionen erst einmal abschminken können … Aber mal jenseits dieses Tages-Gezuckels:  Wo stünden deutsche Bankaktien eigentlich, hätte nicht der Dax am Dienstag ein Jahreshoch von 13.300 Punkten erklommen? Zur Erinnerung: Der Dax in 2019: plus 26%. Die Deutsche Bank in 2019: minus 5%. Die Commerzbank in 2019: minus 8%. Allmächtiger.

Vorstand und Aufsichtsrat der Comdirect haben gestern ihre Stellungnahme zum Commerzbank-Übernahmeangebot abgegeben. Und sie empfehlen ihren Aktionären – Überraschung! – im Prinzip dessen Annahme. Dazu zwei Beobachtungen: Es müsste, erstens, mit dem Teufel zugehen, hätten in der 106seitigen Stellungnahme nicht die Juristen die Feder geführt mit dem Ziel, den Vorstand maximal zu enthaften für alles, was da komme. Und zweitens: Die Argumentationslinie der Comdirect anno 2019 (sinngemäß: „Äh, sorry, liebe Aktionäre, aber so richtig viel können wir gar nicht dazu sagen“) erinnert verdächtig an die Argumentationslinie der Postbank anno 2010 beim Übernahmeangebot durch die Deutsche Bank. Stellungnahme (Original im Wortlaut)Handelsblatt (Paywall)Unser FAQ zur Übernahme (von gestern)

Kurzmeldungen

Die KfW kalkuliert beim Kreditneugeschäft mit negativen Zinsen, braucht bis zu ihrer Einführung aber vermutlich noch ein Jahr. Interessant: Auch DZ Bank, Helaba, BayernLB und Commerzbank zeigen sich aufgeschlossen für Negativzinsen bei Förderkrediten (Börsen-Zeitung) +++ Unter dem Projektnamen „Cache“ plant Google in den USA offenkundig den Einstieg ins Geschäft mit klassischen Zahlungskonten. Der Partner hierbei: die Citigroup. (Techcrunch, Forbes) +++ Der niederländische Wirecard-Rivale Adyen begnügt sich nicht länger mit Processing und Acquiring, sondern will jetzt auch Kreditkarten ausgeben (Mitteilung) +++ Die deutsche Fondsbranche hat im dritten Quartal 7,8 Mrd. Euro Netto-Zuflüsse in Publikumsfonds generiert (BVI) +++ Der Bankenverband BdB hat gestern eine Leitlinie vorgestellt, wie die Zusammenarbeit von Banken und Fintechs beim Outsourcing künftig aussehen soll (Dokument)

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