15/05/19: Dt. Bank & BHW, BayernLB, Yomo

15. Mai 2019

Beginnen wir mit einer News, bei der die Fintech-Jungs (wir kennen unsere Pappenheimer …) gleich weiterscrollen: Die Deutsche Bank, potzblitz, fusioniert ihre Bausparkassen,  also die alt-ehrwürdige BHW (die der Blaubank einst mit der Postbank zufiel) und die Deutsche Bank Bauspar AG (die der Blaubank schon immer gehörte.) Das fusionierte Institut wird BHW heißen, kommt auf 3 Mio. Kunden und 125 Mrd. Euro Bausparbestand und wird in Hameln sitzen (also dort, wo die jetzige BHW ohnehin schon sitzt). Spar-Effekt? 25 Mio. Euro p.a. ab 2022. Mitteilung

Die BayernLB (also die mit dem Video …) macht zur Abwechslung auch mal operativ auf sich aufmerksam, und zwar mit einem Quartalsgewinn von 51 Mio. Euro vor Steuern. Allerdings erschien gestern beim Blick in den Q-Bericht vor unserem geistigen Auge der jüngste Rant von Bafin-Chef Felix Hufeld („Kosten seit der Finanzkrise um kein Jota gesunken“). Denn: Bei der bayerischen Landesbank sind die Kosten nicht nur nicht gesunken, sondern um 11% (!!!) gestiegen. Mitteilung 

Hypothetische Frage: Was würde eigentlich mit den Kosten im staatlich-öffentlich-rechtlichen Bankensektor passieren, wenn dieser eben nicht staatlich-öffentlich-rechtlich wäre, sondern im Besitz von, sagen wir, Cerberus und Apollo (was einige Banken hierzulande ja bereits sind). Antwort: Wissen wir nicht. Aber wenn man sich die gestern vorgestellten Q1-Zahlen der zu Cerberus gehörenden österreichischen Ex-Gewerkschaftsbank Bawag anguckt (Erträge: +2%; Kosten: -4%), dann beschleicht einen doch eine Ahnung … Mitteilung (PDF)

Und wo wir schon mal im Ausland sind: Das ist ein dickes Ding, was da seit dem Wochenende bei der britischen Challenger-Bank Metro abgeht, oder? Für alle, die es nur am Rande verfolgt haben, hier der Fast-Forward-Modus: 2010 als „McDonald’s des Bankings“ gegründet. 1,6 Mio. Kunden dank 67 Filialen (sieben Tage die Woche auf, Tiere willkommen). 2016 der Börsengang. Kurs zunächst verdoppelt. Doch nun? Steht die Bank nach WhatsApp-Gerüchten über einen angeblichen Bank-Run am Abgrund, laut BBC müssen die Eigner vermutlich noch heute Kapital nachschießen. Ein Lehrstück, wie man es als Neobank besser nicht macht und wie gefährlich Social Media für Banken werden kann. BBC (Kapitalbedarf), Bloomberg (Bank-Run-Gerüchte), Guardian (mit Schnappschuss aus Londoner Filiale)

Kurzmeldungen: Eine vermeintliche Randnotiz zu unserem heutigen Aufmacher: Elinvar hat als bislang größten Kunden die DKB gewonnen. Auch hier bahnt sich womöglich ein (Stellvertreter-)Wettstreit zwischen einerseits DKB/Elinvar und andererseits ING/Scalable an +++ Dem  Smartphone-Konto Yomo (auch bekannt als „der BER der Sparkassen“) droht eine weitere Verzögerung  (Handelsblatt, Paywall) +++ DSGV-Präsident Schleweis hat den  Plan eines Sparkassen-Spitzeninstituts noch nicht ad acta gelegt  (BÖZ, Paywall) +++ Im Streit um hochverzinste alte Sparverträge haben Banken vor dem BGH einen Erfolg errungen (Zeit) +++ Das dänische B2B-Fintech Pleo drängt nach einem 50-Mio.-Euro-Funding nach Deutschland (Wiwo Gründer)

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