19/07/19: Kreditech, N26, Postbank, „BestSign“-App, IT-Panne

19. Juli 2019

Exklusiv – Update-Panne bei Authentifizierungs-App der Postbank: Eigentlich hatten wir uns vorgenommen, Sie nach der PSD2-Sause gestern heute mal mit den Technikproblemen unserer Banken in Ruhe zu lassen. Dann aber erreichten uns Leser-Mails, in denen es hieß, mit der „BestSign“-App (das ist die App, mit der sich die Postbank-Kunden bei ihrer Bank authentifizieren) hätten sich nach einem Update am Mittwoch keine Aufträge mehr freigeben lassen. Ohne Sie jetzt mit den Details zu behelligen: Für die betroffenen Kunden waren die vergangenen zwei Tage eher unschön. Die Postbank bestätigte auf Nachfrage von Finanz-Szene.de das fehlerhafte Update und erklärte, ein gestern eingespieltes Update habe das Problem gelöst. Wer’s genauer wissen will: Hier ein paar Kundenbeschwerden im App Store (Rezensionen)

Als wäre die Fintech-Woche nicht schon anstrengend genug gewesen (siehe unsere „Sechs Fundings über mehr als 400 Mio. Euro binnen 24 Stunden“), kommt nun also auch noch die Meldung, dass N26 – mal wieder, möchte man fast sagen – Geld eingeheimst hat, und zwar gut 150 Mio. Euro (was weniger ist als beim letzten Mal, aber mehr als beim vorletzten Mal). Nimmt man noch Finiata und Bonify hinzu, dann sind diese Woche mindestens neun Finanzierungen für deutsche Fintechs publik geworden, was es in dieser Form auch noch nicht gegeben haben dürfte (oder, Herr Barkow?).

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Ist also die unter anderem von uns verbreitete These falsch, wonach zwar die Höhe der Finanzierungen stetig steigt, die Zahl der Fundings aber tendenziell eher abnimmt? Schwer zu sagen. Was jedenfalls auffällt: Unter den neun Finanzierungen diese Woche waren nur drei (Billie, Trade Republic, Arabesque), die vermuten lassen, dass es sich um ein ganz und gar klassisches Funding handelte – nämlich: frisches Eigenkapital, das in den nächsten grob 12-24 Monaten die Expansion finanziert. Bei N26 dagegen sieht es wie bei Raisin eher nach einer Art Vorratsfinanzierung aus. Denn Geld brauchen beide Fintechs eigentlich keines. Die Motivation scheint eher zu sein: Wenn einem das Geld hinterhergeworfen wird, noch dazu zu üppigsten Bewertungen (bei N26 jetzt 3,1 Mrd. Euro!), warum soll man es dann nicht nehmen? Was nun wiederum die vier verbliebenen Finanzierungen dieser Woche angeht (SumUp, Optiopay, Bonify, Finiata): Hier fällt uns eine definitive Einordnung schwer. Ihnen ja womöglich auch.

Bleiben wir bei Fintech – und kommen zur Commerzbank: Ob unser „Pleiten, Pech und Pannen“-Institut wirklich so digital ist, wie es tut, sei mal dahingestellt. Was aber unser ständiges Gemäkel an den Fintech-Investments der beiden hauseigenen VC-Investoren „Commerz Ventures“ und „Main Incubator“ betrifft – da ist diese Woche der Punkt erreicht, an dem wir uns mal selbst zu einer Gegendarstellung verdonnern müssen. Denn: Zumindest die Commerz-Ventures-Leute reiten neuerdings auf einer fast schon beängstigenden Erfolgswelle. Glauben Sie nicht? Finanz-Szene.de

Äh, vergessen Sie das mit den neun Fundings diese Woche. Denn: Es sind zehn!!!. Das Hamburger Ikarus-Fintech  Kreditech hat auch eine Runde gemacht!!!  Diese Info haben uns diese Nacht unsere Recherche-Partner von „Startupdetector“ eilig rübergemailt. Wir haben’s im Handelsregister kurz gecheckt – und: Ja, stimmt. Im Cap-Table tauchen jetzt so lustige Namen auf wie „W. V. M. Westfälische Vermögen Management AG“, aber weil wir ins Bett wollten, haben wir uns verkniffen, diesen Namen einfach mal zu googeln. Vielleicht mögen Sie ja selber …

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