21/06/19: Finleap, Valendo, NordLB, Liqid

20. Juni 2019

Als wir im Dezember/Januar die Entwicklung sämtlicher Ventures des Berliner Fintech-Inkubators Finleap untersuchten, gehörte die als Online-Pfandhaus gestartete und später zum Working-Capital-Anbieter pivotierte Valendo GmbH eher nicht zu den Gewinnern. Nun, ein halbes Jahr später, kommt die Ad-hoc-Meldung, dass Valendo vom börsennotierten Frankfurter KMU-Finanzierer Creditshelf übernommen werden soll. Wörtlich ist die Rede von einem „Basiskaufpreis in niedriger siebenstelliger Höhe“, der sich bei Erreichen gewisser Milestones um „bis zu 50% erhöhen“ werde. Beglichen werden könne das Ganze „im Zuge zweier Sachkapitalerhöhungen“ …

… mit anderen Worten: Das klingt bei aller Liebe eher nicht danach, dass Finleap da jetzt den fetten Exit hingelegt hat. Sondern: Die Berliner beginnen augenscheinlich mit der Portfolio-Bereinigung. Die einen Ventures kommen ins Töpfchen und werden gegebenenfalls durch Zukäufe gestärkt (-> Finreach/Figo, -> Beesy/Penta), die anderen sind eher was fürs Kröpfchen und werden abgegeben (-> Savedo/Deposit Solutions, -> Valendo/Creditshelf) oder geräuscharm abgewickelt (-> Moneymap).

Geld bei der Notenbank anzulegen – das ist seit Jahrzehnten eines der exklusivsten Privilegien der Banken überhaupt. In Großbritannien indes plant die Bank of England nun, dieses Recht (das sich konkret zum Beispiel auf die sog. Übernachteinlagen bezieht) auch Tech-Konzernen wie Facebook, Apple oder Google einzuräumen. Von dieser „Politik der offenen Tür“ verspricht sich die Notenbank – nach einer Konsultationsphase – eine flache Ebene in der Regulierung gerade bei Payment-Anbietern – und mehr Stabilität des Finanzsystems, sollten die Banken in Schwierigkeiten geraten. Eine denkbare Einsatzmöglichkeit: die Reserven von Facebooks „Libra“ annehmen. FT (Paywall)AP (Kurz-Zusammefassung)

Kurzmeldungen: Nach dem europäischen Handelsverband fordern nun auch zwei europäische Fintech-Initiativen längere Übergangsfristen bei der PSD2 – unter anderem, weil sie den Banken ein unfaires Spiel bei der Umsetzung der neuen Zahlungsdienste-Richtlinie vorwerfen (HB/PaywallOriginaldokument) +++ Großer Feiertags-Aufreger war gestern die Meldung, der Deutschen Bank drohe „neuer“ rechtlicher Ärger in den USA. Bei Lichte betrachtet ist das aber quasi dieselbe Geschichte, die vor exakt einem Monat auch schon mal verbreitet wurde, nur jetzt mit möglichen Ermittlungen +++ Neu hingegen: Die Deutsche Bank muss sich laut „Reuters“ im Zuge der US-Stresstests auf weitere Restriktionen der US-Notenbank für ihr Amerika-Geschäft einstellen (Reuters) +++ NordLB (I): Die Landesbank hat die Vertrags-Verlängerungen ihrer Vorstände auf Eis gelegt (Reuters) +++ NordLB (II): Seine Rolle in der (noch immer nicht eingetüteten) Rettung des Instituts kostet Sachsen Anhalts Finanzminister André Schröder jetzt den Job (Spiegel Online) +++  +++ Das Berliner Fintech Liqid festigt seinen Ruf als etwas anderer Robo-Advisor – und will sein Angebot um Immobilienbeteiligungen erweitern (Citywire)

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