Research

5% oder 35%? Wie viele Deutsche nutzen Mobile Payment wirklich?

29. Oktober 2019

Von Heinz-Roger Dohms

„Ein Drittel der Bundesbürger zahlt inzwischen mobil.“  Mit dieser Aussage sorgte neulich die Postbank für Aufsehen. Der spektakuläre Befund (Mitteilung hier) war allerdings auch spektakulär missverständlich. Denn: Das Bonner Institut hatte unter „Mobile Payment“ auch kontaktlose Kartenzahlungen einsortiert – und damit das Umfrage-Ergebnis dramatisch verzerrt …

Ein Einzelfall? Nein, kein Einzelfall. Seit dem Deutschland-Launch von Google Pay und Apple Pay im vergangenen Jahr vergeht kaum noch ein Monat ohne neue „Wie viele Bundesbürger nutzen Mobile Payment?“-Studie. Das große Problem dabei: Es gibt keine allgemein akzeptierte Definition, was „Mobile Payment“ überhaupt ist. Hinzu kommen methodische Fragwürdigkeiten (ob aus Kalkül oder aus Unwissen, sei mal dahingestellt). Folge: Die Umfrage-Ergebnisse weichen kolossal voneinander ab. Mal heißt es, 5% der Deutschen würden mobil bezahlen. Dann sind es plötzlich 7%, 17%, 26%, 33% oder gar 35%.

Fragt sich: Sollte man die Studien einfach ignorieren? Oder ergibt sich – wenn man sie richtig auswertet – vielleicht doch ein Hinweis, wo die Wahrheit liegen könnte? Finanz-Szene.de hat zwölf der wichtigsten Studien untersucht. Lesen Sie hier, was dabei herausgekommen ist:

Bitkom

Was genau wurde gefragt? „Haben Sie schon einmal mobil bezahlt mit Smartphone oder Smartwatch?“

Wie lautet die entscheidende Zahl? 30% der Befragten beantworteten die Frage mit „Ja“.

Wann wurde die Umfrage erhoben? Im Januar 2019.

Wann wurden die Ergebnisse veröffentlicht? Ende Januar 2019

Gab es irgendwelche methodischen Auffälligkeiten? Auf den ersten Blick nicht (mal abgesehen davon, dass der Bitkom solche Zahlen unguterweise selbst erhebt, also keinen externen Marktforscher beauftragt).

Wie war die mediale Resonanz? Von den großen Tageszeitungen berichtete die „FAZ“, von den Fachdiensten zum Beispiel „Heise Online“. Dort lautete die Schlagzeile: „Google Pay, Apple Pay: 30 Prozent der Deutschen nutzen mobiles Bezahlen.“

Wie beurteilt Finanz-Szene.de das Ergebnis? Wir halten die 30% für viel zu hoch gegriffen. Wie es zu dem Resultat kommen konnte, ist schwer zu sagen. Womöglich war vielen Befragten nicht bewusst, dass sich die Umfrage rein auf „Mobile Payment “ am „Point of Sale“ bezog (also kein E-Commerce umfasste). Sobald die Fragen nämlich konkreter wurden, sanken die Werte massiv. Beispiel: Befragt, ob sie schon einmal „in Cafés, Bars oder Restaurants“ mit Smartphone oder Smartwatch bezahlt haben, schnurrte die Zahl der „Mobile-Payment-Nutzer“ auf nur noch 1,2% zusammen.

Creditplus

Was genau wurde gefragt? „Im Jahr 2018 haben einige Anbieter (z.B. Google, Apple) das Bezahlen mit dem Handy eingeführt. Wie häufig nutzen Sie diese Bezahlmethode im Supermarkt?“

Wie lautet die entscheidende Zahl? 17% (die Zahl addiert sich aus 5% „Bei fast allen Einkäufen“, 5% „Bei über der Hälfte der Einkäufe“ und 7% „Bei unter der Hälfte der Einkäufe).

Wann wurde die Umfrage erhoben? April 2019

Wann wurden die Ergebnisse veröffentlicht? September 2019

Gab es irgendwelche methodischen Auffälligkeiten? Nein.

Wie war die mediale Resonanz? Überschaubar. Es berichtete z.B. „mobilbranche.de“, allerdings nicht mit Fokus auf die Mobile-Payment-Frage, sondern mit Fokus auf kontaktloses Bezahlen allgemein („Jeder Zweite interessiert sich für kontaktloses Bezahlen“).

Wie beurteilt Finanz-Szene.de das Ergebnis? Die Umfrage wirkt auf uns solide. Wobei unserem Bauchgefühl nach die 17% immer noch deutlich zu hoch anmuten. Aber unser Bauchgefühl  muss ja nicht immer maßgeblich sein.

Eco (Verband der Internetwirtschaft)

Was genau wurde gefragt? „Wie häufig nutzen Sie Ihr Smartphone, um damit in Ladengeschäften zu bezahlen (z.B. Apple Pay oder Google Pay)?“

Wie lautet die entscheidende Zahl? 5,5% der Teilnehmer antworteten „regelmäßig“. Weitere 6,6% antworteten „selten“ oder „sehr selten“.

Gibt es sonst noch eine wichtige Zahl in der Studie? Ja. Auf die Frage „Denken Sie, dass ‚Mobile Payment‘ (Bezahlen mit Smartphone in Geschäften) die klassische EC-/Kreditkarte mittelfristig ablösen wird“, antworteten 8,9% mit „Ja, auf jeden Fall“ und weitere 24% mit „Eher ja“.

Wann wurde die Umfrage erhoben? Februar 2019

Wann wurden die Ergebnisse veröffentlicht? März 2019

Gab es irgendwelche methodischen Auffälligkeiten? Nein (wobei man uns so richtig in die Studie nicht hat gucken lassen)

Wie war die mediale Resonanz? Die Studie wurde u.a. vom vielgelesenen Fachportal „mobiflip“ aufgegriffen. Tenor dort: „Mobile Bezahldienste haben es in Deutschland weiterhin schwer.“

Wie beurteilt Finanz-Szene.de das Ergebnis? Für uns klingt das alles nachvollziehbar.

EHI Retail Institute

Was genau wurde gefragt? „Würden Sie beim Einkauf im Supermarkt zukünftig lieber mit Smartphone oder konventionell mit Karte oder Bargeld bezahlen?“

Wie lautet die entscheidende Zahl? 17%

Wann wurde die Umfrage erhoben? September 2018

Wann wurden die Ergebnisse veröffentlicht? Januar 2019

Gab es irgendwelche methodischen Auffälligkeiten? Etwas unglücklich mutet an, dass die Daten deutlich vor dem Marktstart von Apple Pay (Dezember 2018) erhoben, aber erst danach veröffentlicht wurden.

Wie war die mediale Resonanz? Auf Fachpublikationen wie „etailment“ beschränkt. (Tenor: „In Deutschland ist die Begeisterung über die neue Bezahlmöglichkeit per Smartphone noch verhalten“)

Wie beurteilt Finanz-Szene.de das Ergebnis? Da nicht nach dem heutigen Verhalten, sondern nach dem künftigem gefragt wurde, erscheinen uns diese 17% plausibler als die 17% der Creditplus. Wobei die Zahl sicherlich höher ausgefallen wäre, hätte man denselben Teilnehmern dieselbe Frage nach dem Markstart von Apple Pay gestellt statt kurz davor. Denn: Erst da haben viele Menschen erstmals von „Mobile Payment“ wirklich gehört – so jedenfalls unser Eindruck.

Entersekt

Was genau wurde gefragt? Wie häufig verwenden Sie Apps für mobile Zahlungen (z.B. Apple Pay, Google Pay, Boon, Garmin Pay) auf ihrem Mobilgerät (Smartphone oder Tablet)?

Wie lautet die entscheidende Zahl? 35% (die Summe aller Teilnehmer, die auf die Frage mit „täglich“, „Mehrmals die Woche“, „Einmal die Woche“ oder „Mehrmals im Monat“ antworteten)

Wann wurde die Umfrage erhoben? Mai 2019

Wann wurden die Ergebnisse veröffentlicht? September 2019

Gab es irgendwelche methodischen Auffälligkeiten? 1.) Gewertet wurden nur Umfrageteilnehmer, die ein Mobilgerät besitzen (was freilich auf die allermeisten zutraf). 2.) Es scheint so, als habe man eigentlich nach „Mobile Payment“ am „Point of Sale“ fragen wollen, durch ein ungeschicktes Frage-Design aber dann kein zielführendes Ergebnis erhalten. So heißt es in der Studie in sympathischer Offenherzigkeit: „Das mit Abstand populärste (von 32 Prozent verwendet), allerdings nicht ganz in diese Kategorie passende Produkt ist PayPal (Peer-to-Peer-/E-Money-Zahlungen). Es folgen Google Pay (8 Prozent) sowie Apple Pay und Payback Pay (beide rund 4 Prozent).“ (Fettung unsererseits)

Wie war die mediale Resonanz? Zusammen mit anderen Studien wurde die Umfrage unter der Überschrift „Mobile Payment hat in Deutschland Nachholbedarf“ bei „Springer Professionell“ aufgegriffen.

Wie beurteilt Finanz-Szene.de das Ergebnis? Siehe die methodischen Auffälligkeiten

Euro Kartensysteme („Girocard“)

Was genau wurde gefragt? „Haben Sie schon einmal mobil mit Ihrem Smartphone an der Kasse bezahlt?“

Wie lautet die entscheidende Zahl? 16% (die Zahl addiert sich aus 9%, die sagten, „Ja, schon häufiger“, und 7%, die meinten, „Ja, ich habe es schon mal probiert“.

Wann wurde die Umfrage erhoben? Februar, März 2019

Wann wurden die Ergebnisse veröffentlicht? September 2019

Gab es irgendwelche methodischen Auffälligkeiten? Uns erscheint die Stichprobe (239 befragte Personen) etwas dünn

Wie war die mediale Resonanz? Die „Zeitschrift für das Kreditwesen“ meldete auf ihrer Website: „Rund ein Jahr nach Einführung der digitalen Girocard in Deutschland verzeichnet die Deutsche Kreditwirtschaft (DK) stetig wachsendes Interesse an Mobile Payment. “

Wie beurteilt Finanz-Szene.de das Ergebnis? Das Resultat deckt sich z.B. mit der Umfrage der Creditplus, erscheint uns aber trotzdem aus dem Bauch heraus etwa zu hoch.

Oliver Wyman

Was genau wurde gefragt? Unter der Maßgabe „Nutzung von Apps zum Mobilen Bezahlen“ wurden die Umfrageteilnehmer gefragt, welche der folgenden „Möglichkeiten“ sie „schon mindestens einmal“ genutzt haben . Dazu gab es Antwortvorgaben wie „Paypal App“, „Apple Pay“, „Google Pay“ oder „Die App meiner Hausbank“.

Wie lautet die entscheidende Zahl? 26% (da sind die Teilnehmer, die angaben, mindestens eine der Methoden schon mindestens einmal angewandt zu haben)

Wann wurde die Umfrage erhoben? Januar 2019

Wann wurden die Ergebnisse veröffentlicht? Mai 2019

Gab es irgendwelche methodischen Auffälligkeiten? Siehe unten.

Wie war die mediale Resonanz? Die Studie wurde unter anderem vom IT-Finanzmagazin aufgegriffen. Der Tenor dort: „Mobile Payment: Dieses Jahr kommt der Durchbruch in Deutschland“

Wie beurteilt Finanz-Szene.de das Ergebnis? Das hohe Ergebnis erklärt sich vor allem dadurch, dass auch nach der „Paypal App“ gefragt wurde (die auf 16% angegebene Nutzung kam, während Apple Pay nur auf 4% kam). Die „Mobile Payment“-Definition ist hier weiter gefasst. Denn:  Mit der „Paypal App“ lässt sich in Kombination mit „Google Pay“ zwar auch am „Point of Sale“ bezahlen. Sie ist allerdings ursprünglich eher ein Tool für P2P-Zahlungen (sprich: ein Nutzer überweist einem anderen Geld).

Paypal

Was genau wurde gefragt? „Haben Sie Ihr Smartphone schon einmal benutzt, um damit im Ladengeschäft bargeldlos zu bezahlen?“

Wie lautet die entscheidende Zahl? 7% (so viele der Befragten haben hierauf mit „Ja“ geantwortet)

Gibt es sonst noch eine wichtige Zahl in der Studie? Ja. Auf die Frage, ob sie sich „vorstellen können, im Ladengeschäft mit dem Smartphone zu bezahlen“, antworteten satte 39% mit „Ja“.

Wann wurde die Umfrage erhoben? November/Dezember 2018

Wann wurden die Ergebnisse veröffentlicht? März 2019

Gab es irgendwelche methodischen Auffälligkeiten? Auch hier fiel der Deutschland-Start von Apple Pay zwischen Befragung und Veröffentlichung. Davon abgesehen wirkt die Umfrage (Stichprobe: >3000; Marktforscher: Forsa) auf uns seriös und nachvollziehbar.

Wie war die mediale Resonanz? Das „IT-Finanzmagazin“ berichtete: „80 Prozent nutzen Girocard, Mobile Payment muss sich am POS erst noch beweisen.“

Wie beurteilt Finanz-Szene.de das Ergebnis? Die große Diskrepanz zwischen der Zahl derer, die schon mobil bezahlen, und der Zahl derer, die es sich vorstellen können, finden wir sehr plausibel.

Postbank

Was genau wurde gefragt? „Mobile-Payment oder kontaktloses Bezahlen beschreibt die Möglichkeit, mit einem mobilen Endgerät wie Smartphone oder Tablet (…) quasi im Vorbeigehen zu bezahlen. Dabei reicht es aus, wenn Sie (…) Ihr Smartphone oder Tablet für ein paar Sekunden in die Nähe eines Lesegerätes an der Kasse halten. Nutzen Sie diese Möglichkeit des bargeldlosen Bezahlens bereits?

Wie lautet die entscheidende Zahl? 11%

Wann wurde die Umfrage erhoben? Februar, März 2019

Wann wurden die Ergebnisse veröffentlicht? Juli 2019

Gab es irgendwelche methodischen Auffälligkeiten? Uns scheint, als sei bei der Umfrage und ihrer Aufbereitung ein bisschen was durcheinander gegangen, siehe oben bzw. unten

Wie war die mediale Resonanz? Unter der Überschrift „Lieber Paypal als Apple“ berichtete das „Handelsblatt“ exklusiv über die Studie.

Wie beurteilt Finanz-Szene.de das Ergebnis? Die Postbank verbreitete ihre eigene Studie unter der Schlagzeile. „Ein Drittel der Bundesbürger bezahlt inzwischen mobil“. Die Diskrepanz zwischen den 11% und dem „Drittel“ ergibt sich dadurch, dass der Bonner Konzern u.a. auch das kontaktlose Zahlen per Karte als „Mobile Payment“ definierte (siehe oben). Ein zweites unerwartetes Ergebnis: Das mit Abstand beliebteste Mobile-Payment-Verfahren „an der Kasse“ ist der Postbank-Umfrage zufolge Paypal (51%) mit weitem Abstand vor Google Pay (13%) und Apple Pay (11%). Hier verweisen wir auf das, was wir weiter oben so ähnlich schon zur Oliver-Wyman-Studie gesagt haben: Zwar lässt sich mit der „Paypal App“ in Kombination mit „Google Pay“ auch am „Point of Sale“ bezahlen. Die 51% sind aber nur dann schlüssig, wenn man sich P2P-Zahlungen und sehr wahrscheinlich auch E-Commerce-Transaktionen mitdenkt. Wir vermuten, dass Umfrageteilnehmer genau diese beiden „Use Cases“ im Sinn hatten, auch wenn in der Postbank-Studie explizit nur von Bezahlvorgängen „an der Kasse“ die Rede ist.

PwC

Was genau wurde gefragt? „Bezahlen Sie mit Ihrem Smartphone?“

Wie lautet die entscheidende Zahl? 5% (weitere 10% antworteten „Noch nicht, ich plane es aber“)

Wann wurde die Umfrage erhoben? Oktober, November 2018

Wann wurden die Ergebnisse veröffentlicht? Oktober 2019

Gab es irgendwelche methodischen Auffälligkeiten? Die Stichprobe für Deutschland ist (bedingt dadurch, dass es sich um eine internationale Studie handelte) mit 250 eher klein. Zudem lag zwischen der Erhebung und der Veröffentlichung so viel Zeit, dass die Ergebnisse (angesichts der Dynamik, die in dem Thema steckt) bei Veröffentlichung nicht mehr wirklich aktuell waren.

Wie war die mediale Resonanz? Weil die Studie a) einen internationalen Vergleich erlaubt und b) von der „dpa“ aufgegriffen wurden, fand Sie unter Überschriften wie „Per Smartphone zahlen? Bitte nicht“ („Süddeutsche“) oder „Deutsche wollen nicht mit Handy bezahlen“ („Heise“) breiten Widerhall

Wie beurteilt Finanz-Szene.de das Ergebnis? Auch wenn das Ergebnis unserer persönlichen Wahrnehmung durchaus entspricht, bleiben wir angesichts der methodischen Auffälligkeiten vorsichtig.

Visa

Was genau wurde gefragt? „Wie oft zahlen Sie mit dem Smartphone kontaktlos im Geschäft?“

Wie lautet die entscheidende Zahl? Visa veröffentlicht die Ergebnisse der Studie nicht im Detail. Eine Sprecherin teilte lediglich mit, dass 6% mit „täglich“ oder „mehrmals täglich“ geantwortet hätten.  Wir gehen davon aus, dass es weitere „positive“ Antwortvorgaben wie „mehrmals im Monat“ gab und dass die Zahl der mehr oder weniger regelmäßigen „Mobile Payment“-Nutzer der Umfrage zufolge oberhalb der kommunizierten 6% liegen dürfte.

Gibt es sonst noch eine wichtige Zahl in der Studie? Auf die Frage „Wie wahrscheinlich ist es, dass Sie in den nächsten 12 Monaten eine mobile Bezahllösung ausprobieren werden, also mit dem Smartphone der Smartwatch oder einem anderen Wearable bezahlen?“, antworteten nach Angaben eines Sprechers 23% mit „wahrscheinlich“ oder „sehr wahrscheinlich“. Ob sich die 23% auf die Stichprobe der Befragten oder nur auf die „Noch-Nicht-Mobile-Payment-Nutzer“ beziehen, wissen wir nicht.

Wann wurde die Umfrage erhoben? Mai 2019

Wann wurden die Ergebnisse veröffentlicht? September 2019

Gab es irgendwelche methodischen Auffälligkeiten? 18- bis 35-jährige Befragte wurden deutlich übergewichtet.

Wie war die mediale Resonanz? Internetworld berichtete unter der Headline „Mobile Payment: Jeder vierte will es ausprobieren“.

Wie beurteilt Finanz-Szene.de das Ergebnis? Mangels Detailkenntnis keine Bewertung.

Yougov

Was genau wurde gefragt? „Würden Sie per App bezahlen im Supermarkt?“

Wie lautet die entscheidende Zahl? 35% antworteten auf die Frage mit „Ja“.

Wann wurde die Umfrage erhoben? November 2018

Wann wurden die Ergebnisse veröffentlicht? Februar 2019

Gab es irgendwelche methodischen Auffälligkeiten? Wir haben es nicht mehr geschafft, uns auch diese Studie noch en detail anzugucken.

Wie war die mediale Resonanz? Die Pressemitteilung von Yougov war überschrieben: „Jeder vierte Deutsche hat Interesse am Bezahlen per App.“

Wie beurteilt Finanz-Szene.de das Ergebnis? Uns erschließt sich intellektuell nicht ganz, wie nur „jeder vierte Deutsche“  Interesse am Bezahlen per App haben kann, wenn zugleich 35% mit einer App im Supermarkt bezahlen würden. Wenn Sie sich die Lösung des Rätsels zutrauen: Hier die Umfrage im Original (PDF)

Resümee

Verlässliche Aussagen zur Nutzung von „Mobile Payment“ in Deutschland sind trotz der Fülle an Studien bislang schwierig. Und das wird auch so bleiben, bis die wichtigen Anbieter erste tatsächliche Zahlen veröffentlichen.

Wenn wir dennoch zu einem ersten vorsichtigen Urteil kommen dürfen:

  • Da, wo konkret nach der Nutzung des Smartphones am „Point of Sale“ gefragt wurde, pendeln sich die Ergebnisse (wenn wir die Ausreißer eliminieren und noch einen kleinen „Aus dem Bauch heraus“-Abzug vornehmen dürfen) irgendwo bei 5% bis 10% ein. Das erscheint uns nicht unplausibel
  • Zugleich deutet sich an, dass das Potenzial über diese 5% bis 10% sehr deutlich hinausgeht. Auch das wäre aus unserer Sicht nachvollziehbar. Denn 1.) So überschaubar der Convenience-Gewinn im Vergleich zur Karte sein mag – wenn der durchschnittliche Verbraucher immer mehr Dinge mit dem Smartphone erledigt, warum nicht dann auch das Bezahlen? Und 2.) Die hohe Akzeptanz, die Paypal im E-Commerce genießt, ist aus unserer Sicht ein Indiz, dass Anbieter wie Google Pay oder Apple Pay am physischen „Point of Sale“ eine ähnliche Bedeutung erlangen könnten.

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