Exklusiv

Wirecard: Unter den Kreditgebern sind Commerzbank, ING Diba und LBBW

30. September 2019

Von Heinz-Roger Dohms

Das Geheimnis, welche Banken hinter der 1,75 Mrd. Euro schweren Kreditlinie für Wirecard stehen, ist weitgehend gelüftet. Wie Finanz-Szene.de in einem Anleiheprospekt des Zahlungsdienstleister entdeckt hat, agiert als Konsortialführerin die Commerzbank. Daneben führt  das Dokument  (als“Mandated Lead Arrangers“) die ABN Amro, die ING Bank, die ING Diba und die LBBW auf. Vermutlich stehen die genannten Institute  nicht hinter der gesamten Kreditlinie, wohl aber für einen beträchtlichen Teil.

Über die Frage, welche Banken den teuren Expansionskurs von Wirecard finanzieren, herrschte bislang Rätselraten. Finanz-Szene.de hatte im vergangenen November zwar gemutmaßt, dass die Commerbank und die ING Diba unter den kreditgebenden Banken sind – sicher waren wir uns damals allerdings nicht. In Finanzkreisen war darüber hinaus auch über die Deutsche Bank spekuliert worden. Hintergrund: Die „Financial Times“ hatte im März berichtet, dass Wirecard-Vorstandschef Markus Braun einen 150 Mio. Euro schweren Kredit bei der Deutschen Bank aufgenommen und als Sicherheit rund 4 Mio. Wirecard-Aktien hinterlegt habe. Als Kreditgeber des Unternehmens wird die Deutschen Bank in dem Prospekt jedoch nicht genannt.

Umso bemerkenswerter, dass die Deutsche Bank trotzdem jenes Konsortium anführt, das die 500 Mio. Euro teure Wirecard-Anleihe jüngst erfolgreich am Kapitalmarkt platziert hat. Als weitere „globale Koordinatoren“ zählt das Prospekt die ING Bank  und die Crédit Agricole auf. Weitere Emissionsbanken waren die Citigroup, die Credit Suisse, die ABN Amro und die Lloyds Bank auf.

Wirecard hatte jüngst mitgeteilt, mit dem Anleiherlöse einen Teil seiner Bankenkredite ablösen zu wollen. Ob dies mittlerweile geschehen ist, wollte der Zahlungsdienstleister nicht kommentieren. Eile hätte der Dax-Konzern theoretisch keine. Die Kreditlinie sollte ursprünglich bis Juni 2023 laufen. Zusagen in Höhe von 1,55 Mrd. Euro wurden dem Anleiheprospekt zufolge inzwischen aber schon auf Mitte 2024 ausgeweitet.

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