Kommentar

Der Fall Naga ist eine Blamage für den Finanzplatz Frankfurt

28. Juni 2019

Von Heinz-Roger Dohms

Dass die Hamburger Naga AG eher kein Triple-A-Fintech ist, wusste jeder, der es wissen wollte (siehe -> „Der vollkommen reale Börsengang eines teilweise fiktiven Unternehmens“; ->  „Kater nach der Kursparty“; -> „Wo sind die 50 Mio. Euro aus dem Naga-ICO?).

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Am Finanzplatz Frankfurt indes war das schillernde Startup immer bestens gelitten. Die Deutsche Börse ging ein Joint-Venture mit Naga ein und führte das Unternehmen bei deren Börsengang im Segment Scale stolz als junge Vorzeigefirma vor; Hauck & Aufhäuser investierte sogar direkt in das Startup; und im „Handelsblatt“ wurde ein bekannter Frankfurter Finanzprofessor vor dem umstrittenen „Initial Coin Offering“ der Hanseaten mit den Worten zitiert, Naga sei ein „faszinierendes, innovatives Fintech“.

Gestern nun vermeldete „Gründerszene“, dass die Naga AG (die Ihren Sitz kürzlich von Hamburg nach Zypern verlegte) ihre Ziele auch 2018 meilenweit verfehlt hat. Die Aktie, die kurz nach dem IPO auf bis zu 17 Euro schoss? Notiert nun bei 88 Cent. Manchmal kann man sich als Beobachter der Frankfurter Finanzgeschehens ja nur noch wundern. In diesem Fall allerdings wundert einen gar nichts mehr.

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