Goldman Sachs steigt bei Berliner Fintech Raisin ein

15. Juli 2019

Von Heinz-Roger Dohms

Das Berliner Fintech Raisin („Weltsparen“) hat dem spektakulären 100-Mio-Euro-Funding aus dem Februar noch eine weitere Finanzierungsrunde folgen lassen. Diese Exklusiv-Information wurde Finanz-Szene.de gestern Nachmittag seitens Raisin bestätigt – wobei uns Finanzchef und Co-Gründer Frank Freund im Gespräch dann freundlicherweise auch gleich noch verriet, um welche Summe und um welchen Investor es sich handelt. Nämlich: um 25 Mio. Euro. Und: um Goldman Sachs.

Ja, genau: Goldman Sachs.

Das ist gleich aus zwei Gründen bemerkenswert. Erstens scheint die US-Investmentbanking (bzw. deren Venture-Capital-Arm „Goldman Sachs Principal Strategic Investments“) allmählich Gefallen an deutschen Fintechs zu finden. Schließlich hatten sich die Amerikaner neulich ja schon beim Berliner Vermögensverwaltungs-Digitalisierer Elinvar eingekauft.

Und zweitens: Bei vielen großen Finanz-Startups hierzulande sind inzwischen nicht mehr nur mächtige ausländische Risikokapitalgeber, sondern eben auch bekannte strategische Investoren engagiert. Das gilt für Finleap (Ping An) ebenso wie für die Solarisbank (ABN Amro, BBVA, Visa), für Auxmoney (Aegon) genauso wie für Scalable Capital (Blackrock), N26 (Tencent) oder eben Elinvar.  Aus Sicht von Raisin ist Goldman Sachs sogar schon der zweite Promi-Deal. Denn vor anderthalb Jahren war Paypal bei dem 2013 gegründeten Startup eingestiegen.

Freund sagte, man werde die frischen Mittel unter anderem in die geplante internationale Expansion investieren. So hatte der Einlagen-Vermittler (der neben Sparprodukten inzwischen auch ETF-basierte Investmentprodukte anbietet) bereits angekündigt, in den nächsten Monaten in die USA sowie zwei bislang noch ungenannte europäische Länder vorstoßen zu wollen. Bereits 2017 hatte Raisin den britischen Wettbewerber PBF Solutions übernommen, eine der ersten Übernahmen eines deutschen Fintechs überhaupt. Vergangenes Jahr erwarben die Berliner zudem die Frankfurter MHB-Bank, um nicht länger auf eine fremde Banklizenz angewiesen zu sein.

Freund sagte, dass Goldman im Gegenzug für seine 25 Mio. Euro „einen Anteil im niedrigen einstelligen Prozentbereich“ an dem Startup erhält. Genauer einlassen wollten er sich hierzu nicht. Allerdings hatte Finanz-Szene.de die Bewertung von Raisin zuletzt auf Basis eigener Berechnungen ja schon mit rund 670 Mio. Euro veranschlagt – geht man a) davon aus, dass das richtig war und b) davon, dass Goldman Sachs ähnliche Konditionen erhielt wie die Investoren im Februar, dann müssten die Amerikaner grob gerechnet irgendwas zwischen 3,5% und 4% halten.

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