Analyse

Investoren erklären immer mehr Fintech-Segmente für salonfähig

14. Juni 2019

Von Heinz-Roger Dohms

Satte 43 Mio. Euro pumpen deutschen und internationale Investoren in die Hamburger Crowdinvesting-Plattform Exporo, berichten Finanz-Szene und „Gründerszene“ heute Früh. Doch nicht nur die Summe als solche erstaunt – sondern auch, dass so viel Geld in das Crowdinvesting-Segment fließt, das bislang eher ein Nischendasein führte. Lesen Sie hier unsere Kurzanalyse:

Laut der (mehr oder weniger unbestechlichen) Datenbank von Finanz-Szene.de handelt es sich bei der Exporo-Runde um das insgesamt elfte „Über-40-Mio.-Euro-Funding“ für ein deutsches Fintech – und für das jetzt schon fünfte in diesem Jahr (nach N26, Raisin, Wefox und Friday). Was dabei auffällt: Die Investoren fokussieren sich zwar innerhalb einzelner Segmente immer stärker auf einige wenige Anbieter. Zugleich sind sie allerdings bereit, ihr Geld in ganz unterschiedliche Segmente zu stecken.

Konkret: Bis vor ein, zwei Jahren waren Mega-Finanzierungen hierzulande den Banking- und Kredit-Fintechs vorbehalten (N26, Solarisbank, Kreditech, Smava). Dann trumpften plötzlich die Einlagen-Fintechs groß auf (Deposit Solutions, Raisin/Weltsparen). Zu Beginn dieses Jahres waren dann die ersten Insurtechts an der Reihe (Wefox, Friday) – und nun eben mit Exporo das erste Crowdinvesting-Portal.

Ebenfalls zu diesem Trend (wo wir schon mal dabei sind) passt, das der Online-Immobilenmakler „McMakler“ in dieser Woche eine 50-Mio.-Euro-Finanzierung verkündete (auch wenn die Berliner nach Finanz-Szene.de-Definition kein klassisches Fintech sind, weil sie keine klassische Finanzdienstleistung ersetzen). Und noch ein Beispiel: Hieß es lange Zeit, dass reine Dienstleistungs-Fintechs eher keine Großfinanzierungen erhalten – so wurde zuletzt auch diese These zuletzt widerlegt, nämlich von Mambu. Hübsche 30 Mio. Euro erhielt der in Berlin ansässigen Anbieter von Cloud-basierten Kernbanklösungen in diesem Frühjahr.

Sonst noch was? Ja: Ausgerechnet die Robo-Advisor sucht man in den Top-15 der deutschen Fintech-Fundings vergeblich, auch wenn Liqid und Scalable Capital mit ihren bislang größten Runden so weit nicht weg sind.

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